Juso-Hochuschulgruppe Bochum

Gute Finanzen

Auch ein Studium braucht Sozialpolitik

Das Deutsche Studentenwerk [sic!], kurz DSW, spielt im Leben der Studierenden eine zentrale Rolle. Sei es der Mensabetrieb, die Wohnheimsverwaltung, Studienfinanzierung über Kredite oder BAföG und Beratung von Studierenden hinsichtlich sozialen, psychischen oder rechtlichen Problemen – das DSW ist zuständig und in der Hochschullandschaft von zentraler Bedeutung.

Momentan finanziert sich das DSW durch Landesmittel und Teile des Semesterbeitrags. Doch in den letzten Jahren ist die Finanzierung sehr einseitig geworden: während die Beiträge der Studierenden stetig gestiegen sind, hängt das Land hinterher. Schluss damit! Wir brauchen endlich eine Deckelung des Sozialbeitrags für Studierende und eine bessere finanzielle Beteiligung des Landes. So können Studierende entlastet und die wichtigen Aufgaben der Studierendenwerke verbessert werden. Gerade in Zeiten, in denen psychische Beratungsangebote häufiger denn je aufgesucht werden, ist ein allgemeiner Ausbau der Beratungs- und Betreuungsangebote zentral.

Wir unterstützen ebenfalls die Forderung des DSW nach einem Hochschulsozialpakt. Der Investitionsstau der letzten Jahre kann angegangen werden, indem Bund und Länder zusammenarbeiten. Soziale Infrastruktur an Hochschulen darf nicht länger ausgeklammert werden!

 

Immer dieses Geld – eine gerechte Hochschulfinanzierung

Momentan sind Hochschulen in ihrer Finanzierung von befristeten Mitteln abhängig, die nicht ausreichen, um Kosten zu decken. So kann es nicht weitergehen, wir brauchen dringend Investitionen in die Bildung. Das bedeutet, dass alle Hochschulen dauerhaft ausfinanziert werden müssen und wir nicht weiter von einem befristeten Pakt zum Nächsten springen können. Ein konkretes Problem dieses Systems ist, dass es kurzfristige Erfolge fördert und langfristige Entwicklungen erschwert. Dies bedeutet insbesondere, dass Finanzierungsprojekte wie die Exzellenzinitiative keine Lösung sind, denn diese Prestigeprojekte, die Elfenbeintürme in der Hochschullandschaft bilden, kommen dem*der einzelnen Student*in nicht zu Gute. Keine Prestigeprojekte, eine gerechte Hochschulfinanzierung muss her!

 

Bildungsgebühren – nein Danke!

Studiengebühren haben wir vermeintlich 2011 hinter uns gelassen, doch dieser Spuk droht wiederzukommen. Das kann nicht sein, denn der Kampf um die Hochschulfinanzierung darf nicht auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen werden. Bildung muss kostenfrei sein, über den gesamten Bildungsweg hinweg und für alle, ungeachtet des elterlichen Geldbeutels, denn Bildung ist ein Menschenrecht. Studiengebühren hingegen sind sozial selektiv. Wir wollen solidarisch füreinander einstehen und stehen gemeinsam gegen Bildungsgebühren auf.

Umgang mit studentischen Geldern

In Bochum müssen Studierende den höchsten Semesterbeitrag in ganz NRW zahlen.

Wir fordern einen besseren Umgang mit den studentischen Geldern. Sowohl, was den Beitrag zum Studierendenwerk angeht als auch was den Beitrag zur Finanzierung der Studierendenschaft angeht. Aktuell wird in einigen Bereichen nicht effizient mit den Geldern der Studierenden umgegangen, beispielsweise was die Druckerei, die Beteiligung am Campusfest und die Bewirtschaftung des Kulturcafés angeht.

Auch die Ressourcen die für Beschäftigte und Referent*innen eingesetzt werden, werden vergleichsweise wenig effizient eingesetzt. An anderen Universitäten werden für die gleichen Aufgaben weniger finanzielle Mittel aufgewendet. Die Ursache dafür ist tiefgreifend und es bedarf einer grundlegenden Debatte um die Organisation der Arbeit im AStA zur Lösung dieses Problems. Beispielsweise wäre eine projektbasierte Arbeit eine Idee dafür.