Juso-Hochuschulgruppe Bochum

Gutes Studium

Ein gutes Studium braucht gute Lehre

Auswendig lernen von Skripten, die in der Vorlesung lieblos vorgetragen wurden? Unter einer guten Bildung stellen wir uns etwas Anderes vor. Wir wollen, dass Studierende Inhalte kritisch hinterfragen, lernen den Stoff flexibel anzuwenden und sich bei Problemen an kompetente und verständnisvolle Dozent*innen wenden können. Stattdessen gibt es in NRW eine unterdurchschnittliche Betreuungsquote, didaktische Ausbildung spielt bei der Stellenvergabe und Semesterplanung faktisch keine Rolle und E-Learning Plattformen verstauben ungenutzt.

Deshalb fordern wir: Mehr und didaktisch besser ausgebildetes Lehrpersonal, und eine zeitgerechte Nutzung vorhandener Ressourcen.

Wir wollen eine Lehre, die Flexibilität ermöglicht, damit das Studium zu den individuellen Lebens- und Lernumständen passt. Deswegen stellen wir uns auch ganz klar gegen das schwarz-gelbe Projekt der Anwesenheitspflichten. Dies nimmt dem Studium die nötige Flexibilität; zum Beispiel für Mütter und Väter, Studierende mit zu pflegenden Angehörigen, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, Studierende die ihr Studium durch einen Job finanzieren müssen, gute Gründe mal im Seminar zu fehlen gibt es mehr als genug. Wir wollen, dass Studierende als mündige Bürger*innen wahrgenommen werden. Nur im Seminarsaal sitzen heißt nicht, dass man lernt.

Zudem soll der Seminar- und Veranstaltungsevaluation eine höhere Bedeutung zukommen, denn sie ist ein demokratisches Instrument und verleiht den Studierenden eine Stimme. Gute Lehre muss her!

 

Wo drückt der Schuh? Am NC!

Der Numerus Clausus (NC) stellt für viele ein Schreckensgespenst dar. Sei es beim Zugang zum Erststudium oder dem aufbauenden Studium. Viele Studiengänge haben einen beschränkten Zugang, der NC ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Entgegen des ursprünglichen Grundes, zeitweilige Engpässe durch eine solche Zugangshürde aufzufangen, gehört eine NC-Beschränkung zur Regel und nicht zur Ausnahme. Gerade in den Fächern Medizin und Psychologie ist die Situation inzwischen absurd. Damit jede*r  das studieren kann, was er*sie will, müssen Studienplätze stark ausgebaut werden. Der NC als Auswahlkriterium ist sozial ungerecht und kann nicht als Ideallösung aufgezeigt werden. Gerade im Kampf um Masterplätze darf er keine Rolle spielen, denn für einige Studiengänge ist er Voraussetzung für den Berufsantritt. Deshalb braucht es eine Masterplatzgarantie.

 

Weg aus der Kreidezeit – Digitalisierung an Unis

Da sitzt man im Hörsaal und stellt wieder fest: kein Internetzugang. Immer noch gibt es an der RUB kein ausgebautes Eduroam. Das kann nicht so bleiben! Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen, sei es als Studierende oder als Dozierende in der Lehre. Wir brauchen mehr aufgezeichnete Vorlesungen und eine bessere Verwaltung von Moodle durch die Dozierenden, um ein flexibleres Studium zu ermöglichen. Auch der Zugang zu digitalen Lehrinhalten muss gewährleistet sein, Studierende dürfen nicht wieder in die 1980er zurück katapultiert werden und wieder kopieren müssen. Zugang zu Lehrmaterialien durch Open-Access muss weiter gefördert werden. Wir fordern die Anschaffung von weiteren Software Lizenzen für die Studierendenschaft!

Für uns gilt nicht: Digitalisierung First, Bedenken Second. Zum Beispiel soll das Zahlen mit Bargeld weiterhin auf dem Campus flächendeckend möglich sein.